Was wir vermitteln wollten ist angekommen
aus dem „Schaffhauser Bauer“ vom 29. Sept. 2016

Erneuerbare Energie stand vielfältig im Zentrum des Hoffestes
auf dem Betrieb von Andrea und Christian Müller in Thayngen.

Vom Thaynger Betrieb Unterbuck ist erneuerbare Energie nicht mehr wegzudenken. Fotovoltaik, Holzschnitzel und zum grössten Teil hofeigene Biomasse werden auf dem Betrieb in Strom und Wärme umgewandelt. Auch ein Teil der Gemeinde Thayngen wird mit Wärme aus der Biogas- und Holzschnitzelanlage versorgt. Am Hoffest vom 17. und 18. September 2016 konnten sich Neugierige ein Bild vom ganzen Betrieb machen – und diese Gelegenheit nutzten viele.

Aha, so ist das
„Wir haben zwei total unterschiedliche Tage erlebt: Der Samstag mit seinen Fachvorträgen war eine Art Seminartag, der Sonntag wurde dann zum eigentlichen Familienfest mit unzähligen Besuchern“, zieht Andrea Müller Bilanz. Erreicht haben Müllers ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.
Entsprechend zufrieden ist die Bäuerin vom Unterbuck: „Was wir punkto nachhaltiger Energie vermitteln wollten, ist angekommen. Wir hatten etliche Besucher aus der Nachbarschaft, die nun wissen, was wir mit den Containern machen, die jeweils für die Biogasanlage angeliefert werden. Wir haben das Verständnis für das, was auf unserem Betrieb geschieht, fördern können. Wichtig war uns auch aufzuzeigen, dass wir nur aus Abfall Energie gewinnen. Das ist uns gelungen.“

Fünf Jahre nach Fukushima
Im Rahmen der Referatserie am Samstag bewegte die Ausführung der Japanerin Kaori Takigawa-Wassmann die Gäste ganz besonders: Sie analysierte die Folgen, wenn nicht nachhaltige Energiegewinnung aus dem Ruder läuft. Die Fachjournalistin und Buchautorin befasst sich intensiv mit der Atomkatastrophe in Fukushima. In Thayngen zeigte sie auf, dass die Regierung des Hightechlands Japan mit den Folgen des Super-GAU völlig überfordert ist.
Maximalwerte von Strahlendosen für Arbeiter auf dem Kraftwerkgelände würden nach oben „angepasst“, um die Dauer der Arbeitseinsätze zu verlängern, Renten für Umgesiedelte viel zu früh gestrichen, um die Bevölkerung zur Rückkehr in belastete Gebiete zu bewegen. Zudem sei geplant, die abgetragene verseuchte Erde über ganz Japan verteilt etwa im Strassenbau einzusetzen und kontaminiertes Wasser ins Meer abzuleiten.. Auch die Anhäufung von Krebsfällen in der Präfektur Fukushima würde von der Regierung nicht umfassend untersucht. Betroffen sind auch die Landwirte aus der Region: Sie produzierten zum Teil zwar wieder, doch wolle ihre Produkte niemand kaufen, so Kaori Takigawa-Wassmann.

 

Es geht auch nachhaltig

In einem ergänzenden Referat zeigte ihr Ehemann Fritz Wassmann-Takigawa auf, dass es möglich ist, ein Dorf ökologisch sauber energieautark zu machen. Wildpoldsried im deutschen Allgäu setzt als Dorfgemeinde alles daran, selbst die nötige - nachhaltige – Energie zu produzieren, welche die Dorfgemeinschaft, die Verwaltung und das Gewerbe brauchen. → www.wildpoldsried.de sbw